Alle nach Dänemark, das erste Land, das auf 100%-Bio umstellen will

Auf dem Blog von Biorfarm wurde das Thema der Veränderung des Konsumverhaltens seitens des durchschnittlichen europäischen Konsumenten schon behandelt. Wir müssen jedoch unbedingt über die Neuigkeit sprechen, dass sich ein europäisches Land endlich das mittelfristige Ziel gesetzt hat, ein ganzes nationales Landwirtschaftssystem auf 100%-Bio umzustellen.

Laut Organic Denmark, der nationalen Wohltätigkeitsorganisation der biologisch eingestellten Betriebe, Landwirte und Konsumenten, sind letztere in Dänemark weltweit am meisten dem biologischen Anbau zugeneigt. Es ist auch kein Zufall, dass 8% der verkauften Lebensmittel in Dänemark – der höchste Prozentsatz in Europa – bio ist und das entspricht einem weiteren Wachstum von 200% im Vergleich zu vor einem Jahrzehnt.

Trotz des schon unternommen Versuchs in Bhutan im Jahr 2013, ist der Weg, 100% auf Bio umzustellen, sehr mühsam. Dieses Mal hat man jedoch den Eindruck, dass alle möglichen Mittel und Initiativen eingesetzt werden, um dieses Ziel mittelfristig zu erreichen. Dänemark setzt keine bestimmte Frist, obwohl es sich bemüht, das Ziel so schnell wie möglich zu erreichen.

Die erste Maßnahme des Plans besteht darin, die Anzahl der unkonventionellen, das heißt der biologisch angebauten Gebiete und Felder zu erhöhen. Das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 die Anzahl dieser unkonventionellen bzw. biologisch angebauten Gebiete und Felder zu verdoppeln. Um dieses Programm zu starten, sind beträchltiche Investitionen vorhanden. Die Regierung hat ungefähr 60 Millionen Euro in dieses Projekt investiert und der erste Schritt besteht darin, dass 60% der Lebensmittel, die in den Kantinen aller öffentlichen und staatlichen Institutionen serviert werden, biologisch sind.

Doch was sind die eigentlichen Maßnahmen des Planes?

Um die Erfolgsaussichten der Initiative zu erhöhen, beinhaltet der Plan die Teilnahme und die Einbeziehung aller öffentlichen Institutionen, von den Gemeinden bis hin zu den Regionen. Diese werden die Initiative aktiv unterstützen, indem sie selber Bio-Produkte in den eigenen Strukturen anbieten. Welche sind die Hauptmaßnahmen des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel, um das 100%-Ziel zu erreichen?

  • Zirka 3 Millionen Euro werden in den nächsten 5 Jahren in Werbung und Marketing investiert
  • Das Gesetz und die Politiken für diese Art von Anbau werden vereinfacht
  • Um den Übergang vom konventionellen zum biologischen Anbau zu fördern, werden staatliche Gebiete und Felder biologisch eingestellten Landwirten überlassen
  • Um die Verwendung und den Kauf biologischer Produkte zu fördern, werden zur Unterstützung der öffentlichen Institutionen 8 Millionen Euro investiert

Es scheint, dass der Plan viel Zustimmung bekommt, sodass sich sogar einige Ministerien daran beteiligen werden: Das Verteidigungsministerium wird in seinen eigenen Kantinen und Bars mehr Bio-Lebensmittel servieren, Das Umweltministerium wird Teil der von ihm verwalteten Gebiete in Biologische Landwirtschaftsbetriebe umwandeln und schließlich wird das Bildungsministerium dem Bio-Anbau und den Nährwerten dieser Produkte mehr Aufmerksamkeit schenken.

Man kann diesem Beispiel nur folgen, denn es stellt noch einmal den Forschritt der Skandinavischen Länder dar, deren Hauptziel darin besteht, das Leben ihrer eigenen Bürger mit dem Motto “Wir sind, was wir essen” zu verbessern. Das sollte in Italien einfacher sein als woanders.